FIXEN

DIE BALLADE VON DER MEDIALEN ABHÄNGIGKEIT

Glamour und Snuff, Pamela Anderson und Jean Baudrillard - Fixen sucht die Zusammenhänge. LOVEFUCKERS bekennen sich zu ihrer Sucht nach dem medialen Spektakel. Zitternd schleppen sie ihre Puppen durch das L.A. der 90er Jahre, verlieren sich in Projektionsträumen und werden das Gefühl nicht los, dass ihre Gedanken irgendwann schon einmal von anderen ausgesprochen worden sind. Irgendwo in dieser verdammten Wirklichkeitsfabrik hat jemand die Formel für den Stoff, der sie nicht schlafen lässt…
Paranoia und Größenwahn scheinen nirgendwo besser zu gedeihen als in Hollywood, das Spiel der Medien kennt für alles einen Marktwert: Für Authentizität, für Fantasie, für den Skandal. Mitten in L.A. lebt ein Mann, der den Mechanismen dieses Geschäfts auf der Spur ist und der keinen Unterschied macht zwischen Fakten und Fiktion. Für kurze Zeit lässt er die Maschinerie nach seinen eigenen Regeln spielen und liefert der allgemeinen Sucht nach dem medialen Spektakel beständig neuen Stoff. Tür an Tür mit Sean Penn und Phil Collins, Pamela Anderson und Dennis Rodman dokumentiert er die Gewalt auf den Straßen ebenso akribisch wie die Marotten der Stars. Vom Olymp der Medienwelt verschickt er Gespräche mit echten Gottheiten an die Zeitungen der Heimat. Berühmtheit erlangt er selbst in dem Moment, als die Realität in sein Leben bricht…
LOVEFUCKERS trampen zurück in die 1990er und spielen mit dem Versprechen von Authentizität in einer offensichtlich inszenierten Medienwelt. Mit Puppen, Performance, Pop und Projektionen erzählen sie die Geschichte von einem, der auszog, weil ihm Punk, Leistungssport, Kunst und Berlin schlicht zu langweilig waren. Zwei Puppenspielerinnen, ein Schauspieler und ein live zeichnender Illustrator suchen nach dem Moment, in dem die Grenzen verschwimmen und präsentieren eine semifiktionale Performance übers Fixen und Fälschen von dem Stoff, den die meisten Menschen Realität nennen. Wie viel Wahrheit liegt zwischen einem Spielfilm und einer Dokumentation? Was macht den Kitzel des Realen aus und wann kippt er ins Banale und Vulgäre? Was macht die Fiktion so bezaubernd und wann wird sie hohl? Ist am Ende in einer Welt voller Fälschung nur noch der Fälscher selbst echt?


REGIE Nils Zapfe
KONZEPT Ivana Sajević, Nils Zapfe
PUPPENBAU Ivana Sajević, Annemie Twardawa
AUSSTATTUNG Sebastian Valk
PUPPEN, PERFORMANCE Anna Menzel, Annemie Twardawa, Jonas Baeck
LIVE-ILLUSTRATION, PERFORMANCE John Fleisch
PRODUKTIONSASSISTENZ Jeannette Voll
Fotos: Anna Maria Rippl

Eine Koproduktion von LOVEFUCKERS,dem Prinz-Regent-Theater Bochum und SOPHIENSÆLE. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste. Mit freundlicher Unterstützung von Pack Attack. Wir bedanken uns bei der HfS Ernst Busch Abteilung Puppenspiel und bei unserem Medienpartner taz.die tageszeitung.